15.11.09

These 2.4.2 Steuern auf Finanztransaktionen würden helfen

Steuern auf Börsentransaktionen waren früher normal. Doch im Zuge der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte wurden sie fast überall abgeschafft. Zwischen 1988 und 2000 in Spanien, Japan, Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, in Australien und Schweden.
Es war der US-Ökonom James Tobin – alles andere als ein Linker –, der 1972 die Idee einer Steuer auf Devisenumsätze lancierte. Die Idee wurde von der Antiglobalisierungsbewegung weiter entwickelt.
Auch die sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien Europas, die Gewerkschaften und viele Kirchen sind dafür. In französischen, belgischen, österreichischen und deutschen Regierungskreisen wird die Idee erwogen.
Am Treffen der G20-FinanzministerInnen 7./8. Nov. 2009 plädierte Gordon Brown offen für eine internationale Finanztransaktionssteuer.
Die Tagesschau des schweizer Fernsehens vom 7. 11. erklärt eine solche Steuer für unmöglich und bezichtigt Brown der billigen Wahlpropaganda.

2 Kommentare:

  1. Jordan Sokoł24.01.10, 17:03

    Die Einführung einer "Finanztrans-
    aktionssteuer" schafft neue Miß-
    verständnisse.

    Unabhängig von der Größenordnung einer vorgenommenen Transaktion, sollte bedacht werden, daß z.B. zur
    Beschaffung von Rohstoffen für
    produzierende Unternehmen ebenso
    eine Finanztransaktion erforderlich
    ist, wie für die Übernahme eines
    größeren Teils einer Staatsanleihe.

    Beide Vorgänge können eine volumi-
    nöse Finanztransaktion auslösen,
    die den Befürwortern einer solchen
    Steuer selbst unter dem Eindruck
    der gegenwärtig anhaltenden Finanz-
    krise widerstreben muß.

    Diejenigen, die wegen des in den Finanzmärkten aufgetretenen Desa- sters Steuern als Lenkungsinstru- ment befürworten, sollten sich
    klarmachen, daß damit die ange-
    sprochenen Akteure keineswegs be-
    einfluß werden können.

    Eine angemessene Versteuerung von
    Zinsen und Dividenden (Zinsbesteu-
    erung) sowie die Erhebung einer
    Spekulationssteuer sollten aus-
    reichen, um den privaten Geldver-
    mehrern zu Leibe zu rücken.

    Ansonsten sollte sich der Staat
    dazu durchringen, undurchsichtige
    Emissionen oder den Handel mit
    solchen zu untersagen und die Um-
    gehung oder Nichtbeachtung eines
    solchen Verbots unter Strafe zu
    stellen.

    Jordan Sokoł

    AntwortenLöschen