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16.3.13

Die Gemeinwohl Ökonomie - ein demokratisches Wirtschaftskonzept

Nachhaltige Wirtschaftsformen brauchen eine Orientierung am Gemeinwohl und diese braucht nachhaltige demokratische Organisationsformen.
Christian Felber erklärt auch hervorragend weshalb es eine Obergrenze beim Vermögen hohe Priorität haben sollte und wie man den Euro und die wirtschaftliche und soziale Stabilität retten könnte, aber auch was  eine gute, global Alternative sein könnte: Keynes 1940 Bretton Woods - die globale Handelswährung damit ...
Aber hören und sehen Sie ihn doch gleich selber! (Klick auf das Bild)

7.11.12

Vollgeld: IWF-Modell bestätigt Irving Fischer

Zu einem Umdenken beitragen könnte allerdings, dass die IWF-Ökonomen in ihrem Modell alle von Fischer intuitiv und kaum formal begründeten Behauptungen "voll" bestätigt fanden. Dazu nutzten sie die State-of-the-art-Technologie der modernen Finanzökonomik, ein "mikrofundiertes und vorsichtig auf die heutigen US-Finanzmärkte kalibriertes monetäres Dynamic Stochastic General Equilibrium (DSGE) Modell, dessen wesentliche Charakteristik darin besteht, dass Geld nicht von den Banken, sondern zinsenfrei vom Staat kreiert wird".
Our analytical and simulation results fully validate Fisher's (1936) claims. The Chicago Plan could significantly reduce business cycle volatility caused by rapid changes in banks' attitudes towards credit risk, it would eliminate bank runs, and it would lead to an instantaneous and large reduction in the levels of both government and private debt.
    Jaromir Benes/Michael Kumhof (IWF)
Ihr Ergebnis war, dass durch den Chicago-Plan die von der schwankenden Risikoneigung der Banken verursachte Volatilität der Wirtschaftszyklen signifikant verringert werden würde. Bank-runs wären eliminiert und es käme zu einer sofortigen und großen Verringerung privater und öffentlicher Schuldenniveaus.
Darüber hinaus finden sie aber noch weitere Vorteile, an die Fischer nicht gedacht hatte. So würden im neuen System diverse Störungen eliminiert, die den Output im alten System reduzieren. So würden die Aufschläge für Zinssatzrisiken reduziert und Steuern gesenkt werden, überdies könnte die kostspielige Überwachung makroökonomisch unnötiger Kreditrisiken entfallen. Für die von Gegnern des Systems gerne gebracht Befürchtung steigender Inflation konnten die Ökonomien hingegen keinerlei Bestätigung finden, viel mehr sei eine Reduktion zu erwarten.
Quelle: Kommentare zum IMF Working Paper WP/12/202 Anfang Okt. 2012

2.11.12

Den Eigenhandel der Banken verbieten

AL: Herr Binswanger, der Schuldenschnitt bei Griechenland ist gesetzt. Müssen jetzt die Banken gestützt werden? 
Die Banken müssen jetzt ihre Gläubigerpositionen zusammenstreichen. Das hätte schon längst gemacht werden müssen. Aber man wollte eher die Banken schonen als Griechenland retten.
AL: Bereits im Juli haben Banken und Investoren zugesagt, freiwillig im Schnitt auf 21 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. Finanzminister Schäuble hält das nicht für ausreichend. Und Sie?  
Binswanger: Schäuble hat recht. Es muss eine radikale Umschuldung geben. Es stellt sich aber auch die Frage, ob man nicht noch zusätzliche Wege beschreiten muss.
AL: Welche?
Binswanger: Die Banken dürfen nicht mehr die Schaltzentrale der Wirtschaft sein. Momentan können sie im Prinzip ohne Grenzen Geld schöpfen. Die Zentralbanken müssen heute die Bankgeldschöpfung mit eigenem Geld nachfinanzieren, wenn sie keine allgemeine Krise riskieren wollen. Sie sollten daher die Kontrolle über das Geld wieder zurückgewinnen, das heißt künftig das Monopol auf die Kredit- und damit die Geldschöpfung haben. Dabei müssen allerdings die Zentralbanken ihre Ziele über das Ziel der Stabilisierung der Güterpreise hinaus erweitern: keine Inflation der Vermögenswerte und Aktien, keine Spekulationsblasen, und die Ressourcen unserer Erde dürfen nicht überbeansprucht werden.
AL: Ihr ehemaliger Doktorand, Josef Ackermann, wehrt sich gegen die geplanten Eigenkapitalvorschriften. Er hält nicht die Finanzierung der Banken für das Problem, sondern die Tatsache, dass Staatsanleihen nicht mehr risikolos sind. Die Politik müsse das Vertrauen in die Stabilität der Staatsfinanzen wieder herstellen.
Binswanger: Natürlich müssen die Staaten sparen. Aber solange die Banken über das Tempo der Geldschöpfung entscheiden, werden wir von einer Krise in die nächste stolpern. Da können die Staaten so viel sparen, wie sie wollen. Wenn von vorneherein alle Kredite mit Zentralbankgeld gedeckt werden müssten, ich denke an die Idee des 100-Prozent-Geldes von Irving Fisher, könnte man künftige Krisen verhindern.
AL: Wenn die Staaten sparen, droht dann nicht Rezession?
Binswanger: Nicht, wenn die Banken das tun, wofür sie eigentlich da sind: die reale Wirtschaft finanzieren, Unternehmen Kredite geben. Sie sollen ihre wichtige Handelsfunktion behalten: Kleine Beträge einsammeln und große weitergeben. Und sie machen kurzfristig investiertes Geld zu langfristigem. Aber der Spekulation muss Einhalt geboten werden. Der Eigenhandel der Banken, mit dem vor allem spekulative finanzielle Finanzwerte geschaffen werden, sollte darum stark eingeschränkt, am besten verboten werden. Dann kann man die Rezession verhindern, weil dann wieder die Finanzierung der realen Investitionen in den Vordergrund tritt.
AL: Wer soll das machen?
Binswanger: Das ist Aufgabe der Regierungen und Parlamente. Sie müssen die entsprechenden Gesetze erlassen. Es ist auf jeden Fall ein längerfristiger Prozess, aber wir sollten uns auf diesen Weg begeben. Sonst bekommen wir hohe Inflation und weitere Staatsbankrotte.
AL: Glauben Sie, dass die Regierungen das tun werden?
Binswanger: Momentan eher nicht. Kurzfristig bin ich pessimistisch. Mit zunehmenden Krisen steigt aber auch der Druck auf die Regierungen, ihrer demokratischen Legitimierung gerecht zu werden. Ich kann mir daher vorstellen, dass die Krisenausläufe doch zu radikaleren Reformen führen werden. Langfristig bin ich optimistisch.          
Von: Astrid Lipsky  Für: DAS INVESTMENT.com  Am: 19.10.2011

5.7.12

Die erste Nobelpreisträgerin für Ökonomie

... hat die Annahmen der Mainstream Ökonomie über den Homo oeconomicus widerlegt.

Elinor Ostrom (1933–2012) Politologin an der Indiana University USA arbeitete theoretisch und experimentell auf dem Gebiet der Gemeingüter («Governance of the Commons»). Ihr Werk überzeugte: 2009 verlieh man ihr den Nobelpreis für Ökonomie.

14.6.12

Postwachstumsökonomik

Es lohnt sich den Vortrag von Prof. Niko Paech anzusehen und anzuhören. In der Darstellung oben fehlt etwas Wesentliches: Schrankenlose Gewinne für Wenige und berechtigte Existenzangst für die Mehrheit ist die wohl verheerendste Wachstumsursache. Sie ist ein radikaler Verstärker der Ängste, die letztlich durch die Abhängigkeiten der Fremdversorgung und die Instabilität des Finanzsystems entstehen.
Man weiss schon recht viel - aber wo sind die Wege aus der Wachstumsfalle in eine sozial für alle erträgliche Postwachstumsökonomie?
An einem Punkt können wir sicher sein: Das Profitstreben muss entmachtet werden und die Machtverhältnisse müssen demokratisch werden.

20.9.10

Die Gemeinwohl-Ökonomie

Christian Felber, Deuticke, 160 S., 16,40 €
90 Prozent der Österreicher sind laut einer Emnid-Umfrage überzeugt, dass nach der Krise des Kapitalismus die Zeit für eine neue Wirtschaftsordnung reif sei. Christian Felber hat mit 70 Unternehmern - vom IT-Dienstleister über Unternehmensberater bis zur Biogärtnerei - diese Gemeinwohl-Ökonomie als Wirtschaftsmodell der Zukunft entwickelt und auch schon in die Praxis umgesetzt.

11.7.10

Eugen Haltiner spricht sich frei

Der Finma Chef gehörte zu den UBS Managern die im Jan. 2002 eine den US amerikanischen Finanzregeln widersprechende US Marktbearbeitung genehmigte und weiter tolerierte. Im unveröffentlichten Bericht der Finma wurde im Juni 2010 das als "kalkulierbares Risiko" und "nachvollziebar" bezeichnet. Das ist nicht nachvollziehabar, denn die Rechtsabteilung von Peter Kurer wollte regulieren, aber die Chefs des US Geschäfts folgten nicht seinen Regeln - offenbar wurden sie von der Geschäftleitung in der Haltiner sass gedeckt. Im 2007 griff die amerikanische Justiz ein und das Geschäft wurde ganz aufgegeben.
Fakten zu BR Merz und Haltiner

1.4.10

Wirtschaftsberichterstattung

Ananlyse des Verhaltens der Medien bezüglich der Wirtschaftskrise.

Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland
Wirtschaftsjournalismus in der Krise
Studie der Otto Brenner Stiftung, Hans-Jürgen Arlt, Wolfgang Storz

Entsprechende Studie in der Schweiz
Lemminge statt Wachhunde
Von Kurt Imhof und Mario Schranz Q: WOZ vom 01.04.2010

Unser Partnerblog deutet anhand der Grossbankenboni an, dass die grossen Medien möglicherweise in mafiaähnlichen Strukturen gefangen sind - wie die Finanzwelt vermutlich auch ...

27.1.10

Der Finanzmarkt muss ein Service public werden

"Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung. Deshalb kann es nicht den Ökonominnen und Ökonomen überlassen bleiben, zu bestimmen, welche Gesetze des Markts wirken sollen. Wir alle sind gefordert, hier mitzubestimmen. Was alle angeht, müssen alle beschliessen. Die Demokratie muss den Kapitalismus verfassen."
"Das Kapital ist sozialpflichtig und soll vom Staat so begrenzt werden, dass es sozial- und umweltverträglich eingesetzt wird. Anzustreben ist ein «verfasster Kapitalismus». Der Kapitalismus erhält eine Fassung, welche den Grundsätzen der Gesellschaft, der Politik und des Rechts gehorcht. Damit wird der Kapitalismus vom Ziel zu einem Mittel unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Sozialordnung." Die wichtigsten konkreten Forderungen
Das sind zwei Zitate aus dem WoZ Newsletter Artikel vom 28.1. von Philippe Mastronardi

24.6.09

Wem gehört die Welt? «Die Super-Klasse» von David Rothkopf,

einst stellvertretender Staatssekretär in der Regierung von Bill Clinton, später Manager, Unter­nehmer und Politikberater. Rothkopf versucht die Frage zu beantworten, wem die Welt gehört. Er pflegt keine Verschwörungstheorie von den wenigen Mächtigen, an deren Strippen diese Welt hängt, sondern belegt die eklatante Ungleichverteilung von Macht und Besitz auf der Welt. Er zeigt uns die globale Machtelite von ca. 5 - 7'000 Personen die Märkte dominieren und Regierungen beeinflussen. Das Buch beschreibt nicht nur die Mächtigen, es beschreibt auch derzeit real existierende Grenzen der Demokratie.
Einem Artikel von Wolfgang Storz in der WoZ entnommen.

22.3.09

Ja, wir können

Robert Misik schickt mit einem leidenschaftlichen Plädoyer die neokonservative Ideologie ins Museum der grossen Irrlehren. Zugleich zeigt er, dass soziale Gerechtigkeit die Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft ist. Mehr Gleichheit ist nicht nur möglich - sie ist auch wirtschaftlich notwendig.

POLITIK DER PARANOIA von Robert Misik © Aufbau Verlag Berlin 2009

11.2.09

Artikel über Niall Ferguson 'KRISEN - Weltgeschichte des Geldes'

Nach und während der Lektüre von Artikeln in denen sehr fähige Journalisten die Meinung von be­rühmten und einfluss­­reichen Menschen dar­stellen, frage ich mich immer wieder in welchem Mass dies un­wider­­sprochen und un­er­gänzt geschehen muss bzw. soll. Besteht nicht die Gefahr, dass die Meinungs­­bil­dung in unserer Demo­kra­tie negativ be­ein­­flusst wird?

In diesem konkreten Fall frage ich mich beispielsweise wie ein Wissen­­schaf­tler, der es besser wissen müsste, behaupten kann, man habe die heutige Welt­finanz­­krise nicht voraus­sehen können bzw. voraus­­gesehen. Sie schreiben ja nicht, dass er gesagt habe man habe den Zeitpunkt nicht voraus­sehen können, sondern - verstehe ich Sie richtig? - er be­haup­tet allen ernstes, dass man nicht voraus­gesehen habe dass sie irgendwann in irgend einer Form aus­brechen werde! Das obwohl er selbst klar die Instabi­lität des Systems mit den Zahlen beschreibt, die Sie im Abschnitt über das schwindel­­erregende Miss­­verhäl­tnis zwischen Finanz­wirt­­schaft und Real­wirt­schaft erwähnen. Zudem hat er ja gerade ein Buch ge­schrie­ben das die immer wieder auf­tret­en­den Finanz­krisen be­schreibt. Trotzdem behauptet er, er selbst - und die gesamte auf diesem Gebiet ernst­zu­nehmende Wissen­schaft - habe sie nicht kommen sehen. Wie erklären Sie sich diesen Wider­spruch? Welche apole­ge­tische Richtung könnte dahinter stecken? Liegt Ver­blen­dung, Be­triebs­blind­heit seiner Universi­tät, Dummheit oder taktische Absicht vor? Ist er eher einer politischen Richtung als der Wissen­schaft ver­pflichtet?

Es gibt im Wirtschafts­journa­lismus in der Schweiz die Tendenz zu über­sehen, dass die über­höhten Gewinne der Finanz­wirt­schaft und der Besitzenden die Real­wirt­schaft und die aktive Mittelschicht aus­saugen - und die arme Mehrheit auf der ganzen Welt extrem brutal aus­saugen. Das gilt genau gleich ob gerade Boom oder Krise herrscht. So lange das Miss­verhältnis zwischen Finanz­wirt­schaft und Real­wirt­schaft welt­weit anhält, wird Aus­beutung und Instabi­lität die haupt­säch­liche Rea­lität des Wirt­schafts­­systems bleiben. Das Aus­blenden dieser ein­leuchtenden Tatsache erachte ich als die für unsere Demokratie gefähr­lichste 'Betriebs­blindheit' im schweizer Journalismus.
Hier mein Vorschlag einer superkurzen wissen­schaft­lichen Grund­regel: Der gesamte Kapital­gewinn und der gesamte Verdienst der Finanz­branche sollten zusammen in einer gesunden Wirt­schaft nicht mehr als 15% der gesamten Lohn­summe der Real­­wirt­schaft betragen.
Beleuchtende Kommentare: Wenn man die Alters­vor­sorge über Kapital­gewinne mit­finanziert, erhöht sich der Prozentsatz - Ausbeu­tungs­tendenz und Risiko steigen. Regionale Unterschiede sind an sich kein Problem - nur ist die Abhängig­keit einer Region von einer derzeit extrem über­be­wer­teten Branche ein Risiko für die Region - sie riskiert erpress­barkeit.

Die Schweiz scheint nicht mehr die Fähigkeit zu haben dieser Realität in die Augen zu sehen. (mM) Wir befinden uns im Blindflug ohne Autopilot - ist es da noch von Vorteil viel Benzin (Geld) in den Tanks (Banken) zu haben? Wir werden sehen.
Richtig: Diese Fortsetzung war pathetisch, vereinfachend, un­professio­nell. Nur: Wäre es nicht sehr wichtig gemeinsam, demo­kratisch und wissen­schaft­lich am Aufbau einer gesunden (Welt-)Wirtschaft zu arbeiten? Kann man sie weiter­hin neo­liberal-kapita­listischen Blendern überlassen? Ich meine die Schweiz hätte Potenzial und Fähigkeiten sich am Aufbau einer neuen, gerechten Welt­wirt­schafts­ord­nung über­pro­portio­nal oder sogar massgeblich zu beteiligen. Nur: Ist sie gut genug informiert? Hat sie den Mut das Bisherige in Frage zu stellen? Hat sie den Mut eine neue Form der Wirt­schafts­wissen­schaft aufzubauen die am Projekt gerechte, nach­haltige, stabile Finanz­ordung arbeitet?
Viel haben wir Schweizer auf diesem Gebiet noch nicht geleistet - die Chance diese schöne Rolle zu über­nehmen hätten wir schon, denke ich. Aber: Werden Einzelne die es versuchen nicht zu oft öffentlich zur Schnecke gemacht? Machen sie der Mehrheit Angst?

10.2.09

These 2.4.1 - Gesunder Anteil von Finanzbranche und Gewinn

Der gesamte Kapitalgewinn und der gesamte Verdienst der Finanzbranche sollten zusammen in einer gesunden Wirtschaft nicht mehr als 15% der gesamten Lohnsumme der Realwirtschaft betragen. Neues Material

Beleuchtende Kommentare:
  • Wenn man die Altersvorsorge über Kapitalgewinne mitfinanziert, erhöht sich der Prozentsatz - Ausbeutungstendenz und Risiko steigen.
  • Regionale Unterschiede sind an sich kein Problem - nur ist die Abhängigkeit einer Region von einer derzeit extrem überbewerteten Branche ein Risiko für die Region - sie riskiert erpressbarkeit.
  • «Das Weltfinanzsystem ist so explosionsartig gewachsen in den letzten Jahrzehnten, dass es die Realwirtschaft im Verhältnis fast auf zwerghafte Dimensionen hat schrumpfen lassen.» Niall Ferguson in seinem neuen Buch «Der Aufstieg des Geldes – die harte Währung der Geschichte»
  • Überhöhte Gewinne der Finanzwirtschaft und der Besitzenden saugen die Realwirtschaft und die aktive Mittelschicht aus* - und die arme Mehrheit auf der ganzen Welt wird brutal ausgesogen. Das gilt genau gleich ob gerade Boom oder Krise herrscht. *Gilt nicht zwangsläufig in jedem Fall aber im Wesentlichen.
  • So lange das Missverhältnis zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft weltweit anhält, wird Ausbeutung und Instabilität die hauptsächliche Realität des Wirtschaftssystems bleiben.

2.2.09

Neustart Schweiz - Neustartbar Zürich Nord

Das neue Buch von P.M. das am 27.10.2008 im berner Käfigturm die Vernissage erlebte, schlägt nicht mehr und nicht weniger vor als die Neugründung der Schweiz. Sein Konzept basiert auf möglichst selbstorganisierenden und selbstversorgenden Gruppierungen mit ca. 500 Mitgliedern. Startvorschlag sind ungezwungene lokale Treffen von Interessenten unter dem Stichwort 'Neustart Bar'.
Das Buch wurde nicht auf Grund der Finanzkrise oder im Hinblick auf Diese geschrieben. Das Thema des Autors hat nur jetzt - eher zufällig - genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Erinnern Sie sich vielleicht an seine Bücher bolo bolo / Subcoma / ... ?


Auch dieses Forum findet die Idee attraktiv soziale Gruppierungen zu schaffen oder Bestehende zu unterstützen, die sich nach und nach von kapitalistischen Abhängikeiten lösen und der Demokratie neue Kraft verleihen wollen. Gerne nehmen wir jetzt die Gelegenheit wahr die Idee eines lokalen Treffs, die schon lange auch in unseren Hinterköpfen herumgeistert, umzusetzen:
  • Wer möchte am ersten Treffen teilnehmen? Bitte Kommentar hinterlassen!
  • Datum, Zeit und Ort möchten wir mit den Interessierten absprechen.
  • Themenvorschlag: (auch andere Vorschläge sind willkommen!)
  1. Was haben die demokratisch, kulturell und wirtschaftlich erfolgreichen Phasen in der Geschichte der Schweiz gemeinsam mit der Methode der Grameen Bank*? (Autorenkommentar: * beginnt bei 5 Personen - wesentlich naheliegender als die 500 von P.M. - das Buch des Bankgründers Muhammad Yunus "Die Armut besiegen" ist Spitze: Sozialunternehmen als Ansatz zur Lösung der grossen Menscheitsprobleme)
  2. Basiert eine integrierte, demokratische Gesellschaft auf enger unternehmerischer und nachbarschaftlicher Kooperation oder genügt das Arbeitgeber - Arbeitnehmer - Schema kombiniert mit Gewerkschaften?
  3. Welche Bedürfnisse möchten wir mit einer lokalen Kooperation abgedeckt haben? Vorschlag: Vernetzen von bestehenden Sozialunternehmen und solchen die es werden wollen.

18.12.08

Franklin D. Roosevelt

Ursprünglich reiches Muttersöhnchen mit Ambitionen. Mit Hilfe der Demokratischen Partei rettete er mit seinem "New Deal" die USA aus der schlimmsten Wirtschaftskrise Jahrhunderts. Die wichtigsten Elemente:
  • Die Masse zu vernünftigen Löhnen beschäftigen
  • Börsenaufsicht
  • Abtrennung des Investmentbankings von den normalen Banken
  • Die Superreichen zur Kasse bitten
  • Sozialwerke wie Arbeitslosenversicherung
  • Senkung der Steuern für das Kleingewerbe
Seine Ehefrau, Eleanor Roosevelt unterstützte ihn sehr und arbeitete auch nach dem Tod Franklins am 12. April 1945 als ranghohe Diplomatin konsequent am Erfolg der UNO Menschenrechtskovention. >>Menschenrechte

18.10.08

These 4.2 - Geld ist eine Art Rauschmittel

Anlässlich der Weltfinanzkrise 2008 wurde im Tages-Anzeiger ein Interview mit Geraint Anderson veröffentlicht. Daraus die wichtigsten Sätze:
  1. Das System weckt eine gefährliche Gier.
  2. Es wirkt wie eine Droge, die abhängig macht.
Mitglieder dieses Forums vertreten diese Ansicht seit Jahrzehnten. Dabei geht es nicht unbedingt um das Geld an sich - eher um die kapitalistische Art und Weise der Finanzwelt zu viel Macht zu geben. Demokratische Regeln und Grenzen im Finanzsystem könnten dem Geld den Suchtmittelcharakter weitgehen nehmen. Siehe Thesengruppen 1 und 2.

16.10.08

Im selben Boot... (Finanzkrise life)

"Der Finanzsektor hat mehr Probleme als er wert ist."
Wir sitzen im selben Boot, aber mit anderen Rollen. Die Leute, die in der Lage sind das Schiff zu versenken, sind dummerweise auch die welche die Rettungshelikopter an Deck befehligen. Eigentlich sollten diese Offiziere gar nicht auf der Kommandobrücke stehen. Sie sind inkompetent und können weder Karten lesen noch navigieren. Sie sehen nicht, dass das Schiff eine langfristige wirtschaftliche Aufgabe erfüllt und sorgen deshalb nicht für seinen Unterhalt. Aber sie profitieren von der Versenkung, bevor sie im letzten Moment abheben. Die Passagiere und die gemeine Schiffsbesatzung sind nicht sehr glücklich über dieses Arrangement.
Die Mainstream Medien sind Teil der Wall-Street-Gemeinschaft und reflektieren getreulich die Ansicht ihrer Mitglieder. Vor allem die Fernsehstationen.
James K. Galbraith, US-Ökonom, 56, Sohn des berühmten John Kenneth Galbraith.

15.10.08

Konstruktionsfehler im Finanzmarktsystem

Hans Rudolf Strahm, NZZ am Sonntag, 12.10.2008

Der ursächliche Kontstruktionsfehler des Finanzsystems liegt in Basel. ... Die BIZ ist ein zwielichtiges Gebilde, sie ist weder eine staatliche noch eine voll private Bank. ... Der "Basler Ausschuss" ist faktisch ein amerikahöriges Selbstorganisationsgremium der Banken.

Weitere Überschriften: Gefangene Aufsicht / Das dicke Ende