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20.11.11

Vorschlag für eine moderate Vermögenssteuer

Wie in den letzten Artikeln besprochen birgt die explodierende Vermögensungleichheit nicht nur machtpolotische sondern auch wirtschaftliche Probleme.
Dieser Vorschlag gibt mit einer jährlich zu entrichtenden Vermögensabgabe Gegensteuer. Die erste Million wäre frei, die Zweite läge bei 0.25% was im Bereich 1-2 Mio duchschnittlich eine Abgabe von 0.08% ergibt. Der Vorschlag beinhaltet dieses Modell linear weiter zu ziehen. Er ergibt eine sinnvolle Vermögensobergrenze nach Steuern von 201 Millionen Franken was die Sicherheit für alle schon wesentlich verbessern dürfte.
Gute Anstellungsbedingungen und sichere Jobs lassen sich nicht erreichen wenn Milliarden abgezockt werden. Die Demokratie kann nur gut funktionieren wenn niemand durch sein Milliardenvermögen dominiert und der Staat nicht überschuldet ist.

20.9.10

Die Gemeinwohl-Ökonomie

Christian Felber, Deuticke, 160 S., 16,40 €
90 Prozent der Österreicher sind laut einer Emnid-Umfrage überzeugt, dass nach der Krise des Kapitalismus die Zeit für eine neue Wirtschaftsordnung reif sei. Christian Felber hat mit 70 Unternehmern - vom IT-Dienstleister über Unternehmensberater bis zur Biogärtnerei - diese Gemeinwohl-Ökonomie als Wirtschaftsmodell der Zukunft entwickelt und auch schon in die Praxis umgesetzt.

24.4.10

Netto Transfer dritte Welt - wird heute vertuscht


Nicht mehr erfasst durch die Weltbank wird diese Zahl die aufzeigt wie der Reiche Norden den armen Süden ausbeutet.

Wenn man die Zahlen betrachtet ist klar warum.

Quelle: www.inwo.ch
genauer: Artikel über Hungertote Nov. 2009

25.2.10

Unser neuer Blogtitel: Ökonomie für Alle - Das Fachforum

Wir arbeiten an einer Ökonomie die eben nicht, wie die her­­kömm­lichen Wirtschafts­­wissen­­schaf­ten, nur den Reichen und Mächtigen nützt.
Wir wollen eine Ökonomie für Alle entwickeln - im Sinne einer Wirt­schafts­­wissen­­schaft die Allen nützt, auch den Armuts­­be­trof­fenen!
Als Fachforum bezeichnen wir dieses Werk, da wir ernsthaft inte­res­sierte Mit­­menschen ansprechen wollen, die etwas zum Thema zu sagen haben. Wir wollen bewusst nicht nur Fachleute ansprechen - im Gegenteil: Wir betrachten Sicht­­weisen, Infor­ma­tionen und Analysen die von Be­trof­fenen aller Art als genauso Wichtig wie die Meinungen von Menschen mit Diplomen.
Wir freuen uns auf Echo und Kritik - das Team hat auch Wachstums­poten­tial; die ideale Grösse ist noch nicht erreicht.

30.12.09

Erfolgreiche Alternativen zum Kapitalismus

24.12.09

Warum sind die Löhne unter Druck?

Das Essay zum Thema Arbeit stellt die wichtigsten Zusammenhänge in kompakter Form dar.
Nebensächlich bis irreführend sind alle anderen 'Gründe' die oft ins Feld geführt werden: Produktivitätssteigerung, Globalisierung, Konjunkturschwankungen, Finanzkrise, Automatisierung, ...

18.2.09

Social Quality Web

Das Buch "Die Armut Besiegen" von Dr. M. Yunus definiert das Sozial­unternehmen als dynamisches Mittel zur Lösung wirt­­schaft­licher, poli­tischer, sozialer und ökologischer Probleme. Dieser privat­wirtschaft­liche Ansatz ist von der Grameen Bank und weiteren Organi­sationen in dessen Umfeld erar­beitet worden und ist jetzt ein erprobtes, erfolgreiches Konzept. Es ist weltweit anwendbar - auch in reichen Ländern. Kurze Beschreibungen in Englisch und Deutsch. Das Konzept entspricht einer univer­sellen Ethik, die in der christlichen wie auch in der Ethik der anderen Weltreligionen enthalten ist.
Wichtig ist die Erarbeitung der Qualitätskriterien und einer der regionalen Situation angepassten Definition von Armut. Ansonsten kann man schlicht das Rezept aus dem Buch verwenden.
Zur erarbeitung der Qualitätskriterien und der regional ange­passten Defi­ni­tionen können wir jetzt sqwww.blogspot.com benützen. Künftig wird die URL www.sqw.ch zur Ver­fügung stehen.
Wir wollen ein Sozial­unternehmen aufbauen das als Fernziel in der Lage ist Qualitäts­­zertifi­­zierungen im Bereich Sozial­­unternehmen anzubieten.
NEU am 8.5.2009: Das Projekt für soziale Qualität hat begonnen !

3.2.09

Schweiz - UBS: Steuermilliarden zur Sicherung der Boni

Der Gewinn der UBS betrug im Jahr 2006 12.3 Milliarden Franken. Sie verteilte im gleichen Jahr 12.4 Milliarden an Boni – 53% der gesamten Personalausgaben!
Im nächsten Jahr schrieb die UBS bereits einen Verlust von 4,4 Milliarden Franken. Die Summe der Boni belief sich 2007 auf 12.1 Milliarden Franken – 49% der Personalkosten.
2008 bekommt die UBS vom Staat 6 Milliarden Franken. Gleichzeitig werden ihre Bestände an faulen Wertpapieren im Umfang von 62 Milliarden durch eine von der Nationalbank eingerichtete Auffanggesellschaft gekauft.
Thomas Held, Direktor des wirtschaftsnahen Think Tanks Avenir Suisse, erinnert an frühere Rettungsaktionen zugunsten der Berner und der Genfer Kantonalbank bei denen nur etwas mehr als die Hälfte verwertet werden konnte (Tages-Anzeiger vom 20.10.08).
Man schätzt, dass die UBS 2008 zwischen 5 und 7 Milliarden Boni an Grossverdiener innerhalb der Bank verteilen wird.

Wie schafft das die UBS nur, sich so durchzusetzen?
Wir haben hochinteressante Zusammenfassungen gefunden: Fakten zu Merz und Haltiner Essay zur Überwindung der Finanzkrise Neue Materialien

Der Druck auf Menschen mit niedrigen Löhnen und niedrigen Renten hat schon seit Beginn der neoliberalen Welle in der Schweiz zugenommen. Auch Menschen mit höheren Einkommen verspüren mehr Druck - vor allem bei kleinem Vermögen.
Besonders schwierig wird es jetzt für sozial denkende UnternehmerInnen mit wenig Finanzreserven.
Radikale Ungleichheit bei den Vermögen. Die Rückverteilung dieser blockierenden Anhäufungen - die auch Klumpenrisiken sind - ist eine Möglichkeit die Marktwirtschaft zum Vorteil der Mehrheit wieder in Schwung zu bringen (These 2).

2.2.09

Neustart Schweiz - Neustartbar Zürich Nord

Das neue Buch von P.M. das am 27.10.2008 im berner Käfigturm die Vernissage erlebte, schlägt nicht mehr und nicht weniger vor als die Neugründung der Schweiz. Sein Konzept basiert auf möglichst selbstorganisierenden und selbstversorgenden Gruppierungen mit ca. 500 Mitgliedern. Startvorschlag sind ungezwungene lokale Treffen von Interessenten unter dem Stichwort 'Neustart Bar'.
Das Buch wurde nicht auf Grund der Finanzkrise oder im Hinblick auf Diese geschrieben. Das Thema des Autors hat nur jetzt - eher zufällig - genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Erinnern Sie sich vielleicht an seine Bücher bolo bolo / Subcoma / ... ?


Auch dieses Forum findet die Idee attraktiv soziale Gruppierungen zu schaffen oder Bestehende zu unterstützen, die sich nach und nach von kapitalistischen Abhängikeiten lösen und der Demokratie neue Kraft verleihen wollen. Gerne nehmen wir jetzt die Gelegenheit wahr die Idee eines lokalen Treffs, die schon lange auch in unseren Hinterköpfen herumgeistert, umzusetzen:
  • Wer möchte am ersten Treffen teilnehmen? Bitte Kommentar hinterlassen!
  • Datum, Zeit und Ort möchten wir mit den Interessierten absprechen.
  • Themenvorschlag: (auch andere Vorschläge sind willkommen!)
  1. Was haben die demokratisch, kulturell und wirtschaftlich erfolgreichen Phasen in der Geschichte der Schweiz gemeinsam mit der Methode der Grameen Bank*? (Autorenkommentar: * beginnt bei 5 Personen - wesentlich naheliegender als die 500 von P.M. - das Buch des Bankgründers Muhammad Yunus "Die Armut besiegen" ist Spitze: Sozialunternehmen als Ansatz zur Lösung der grossen Menscheitsprobleme)
  2. Basiert eine integrierte, demokratische Gesellschaft auf enger unternehmerischer und nachbarschaftlicher Kooperation oder genügt das Arbeitgeber - Arbeitnehmer - Schema kombiniert mit Gewerkschaften?
  3. Welche Bedürfnisse möchten wir mit einer lokalen Kooperation abgedeckt haben? Vorschlag: Vernetzen von bestehenden Sozialunternehmen und solchen die es werden wollen.

18.12.08

Franklin D. Roosevelt

Ursprünglich reiches Muttersöhnchen mit Ambitionen. Mit Hilfe der Demokratischen Partei rettete er mit seinem "New Deal" die USA aus der schlimmsten Wirtschaftskrise Jahrhunderts. Die wichtigsten Elemente:
  • Die Masse zu vernünftigen Löhnen beschäftigen
  • Börsenaufsicht
  • Abtrennung des Investmentbankings von den normalen Banken
  • Die Superreichen zur Kasse bitten
  • Sozialwerke wie Arbeitslosenversicherung
  • Senkung der Steuern für das Kleingewerbe
Seine Ehefrau, Eleanor Roosevelt unterstützte ihn sehr und arbeitete auch nach dem Tod Franklins am 12. April 1945 als ranghohe Diplomatin konsequent am Erfolg der UNO Menschenrechtskovention. >>Menschenrechte

10.11.08

Erbschaftssteuer auf Bundesebene

Wenn das oberste Prozent der Steuerpflichtigen gleich viel Vermögen auf sich vereinigt wie 95% aller Steuerpflichtigen zusammen besitzen* ...
... dann kann man nur noch die restlichen 4% der Steuerpflichtigen dem 'Mittelstand' zuordnen.
* Tatsache im Kanton Zürich 2003, Tendenz verschärfend...

Der Zürcher Ökonom Hans Kissling fordert eine nationale Erbschaftssteuer die Erbschaften über 1 Mio. Fr. pro Person mit 50% besteuert.
Demzufolge würde ein Erbe von 10 Mio. wenn es gleichmässig auf 10 Erben verteilt wird nicht besteuert. Wenn 10 Mio. an 2 Erben gehen, würden 4 Mio. der Allgemeinheit zugute kommen.
Diese Einnahmen sollen dazu verwendet werden die Steuern auf kleine und mittlere Einkommen zu senken.

Das Hauptargument ist die Feudalisierungstendenz die heute eine grosse Gefahr für Demokratie und Wirtschaft darstellt.
Beispiel Zürich im Jahr 2003: Die 3 reichsten Zürcher haben mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen.
Seither ist das Ungleichgewicht noch extremer geworden.

18.10.08

These 3 - Armut reduzieren heisst Menschenrechte realisieren

Die richtige Prioritätenliste um die Armut zu reduzieren ist:
  1. Menschenrechte Realisieren - Armut bekämpfen, in Kooperation mit den Betroffenen. Integration aller Schichten in den demokratischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozess.
  2. Abzockerrechte beschneiden - bis hin zu notrechtlichen Teilenteignungen von Superreichen. Das zu viel Abkassierte muss wieder sinnvoll verwendet werden, damit den produktiven Wirtschaftskräften genügend Spielraum zur effizienten Weiterarbeit und Weiterentwicklung bleibt. >Menschenrechte vor Abzockerrechten!<
  3. Wirtschaft stabilisieren - jetzt alle rechtlichen und notrechtlichen Möglichkeiten nutzen um den notleidenden Schichten zu helfen und den Privilegierten Managern, die versagt haben, die Hebel der Macht zu entziehen. Leider machen die Staaten oft das Gegenteil. Sie versuchen das kranke Weltfinanzsystem zu retten was wiederum der Abzockerei freien Lauf lässt - auch während der Krise. Deshalb unterstützen wir die Aktion "Einkauf statt Freikauf" und die Forderung >Erbschaftssteuer auf Bundesebene!<
  4. Demokratisches Finanzsystem entwickeln Das Kapitalistische hat versagt. Es ist ineffizient und krisenanfällig. Demokratische Regulierung, Transparenz und Kontrolle im Finanzsektor sind für die Entwicklung einer sozialen und nachhaltigen Marktwirtschaft notwendig.
Diese Prioritätenliste ist gleichzeitig gegen die aktuelle Finanzkrise und künftige Wirtschaftskrisen einsetzbar! Siehe These 2

Leider kennen wir noch kaum Organisationen oder gar Staaten oder Wirtschaftsverbände die klar an diesen Aufgaben arbeiten. Sie wären für die Menschheit entscheidend - höchste Zeit, dass die Politik, die Wissenschaft und ... wir Alle daran arbeiten.

Ansätze die wir sehen:

  1. Amnesty International und ATD Vierte Welt starten zur Zeit die Kampagne "Gerechtigkeit gegen Armut". Sie arbeitet eindeutig am obigen Punkt 1. Uns ist noch nicht klar ob es von diesen Organisationen aus gesehen erwünscht ist die obigen Zusammenhänge mit ihrer Kampagne in Verbindung zu bringen. Wenn die ganzen Zusammenhänge gesehen werden, könnte eine gemeinsame Kampagne mit der ganzen Gewerkschaftsbewegung und allen politischen Parteien und NGO denen das Schicksal der Armen nicht egal ist, aus diesem Ansatz heraus entstehen. Sie hätte das Potenzial zu einer weltweiten Bewegung heranzuwachsen. Allerdings sollten sich unbedingt auch staatliche Institutionen und Verwaltungen an einer solchen Kampagne beteiligen.
  2. Alternativbanken entwickeln innerhalb des Kapitalismus Methoden die das Potenzial haben als Modell für die Punkte 3 - 4 zu dienen. Auch ein bisschen was zu Punkt 2 und 1.
  3. Soziale Mikrokreditinstitute wie die Grameen Bank arbeiten an der Integration von Armutsbetroffenen in die Wirtschaft und damit eher indirekt an der Realisierung der Menschenrechte. Dort entwickelten Modelle könnten in Konzepte für die Punkte 2 - 4 einfliessen.
  4. Die ökologische Bewegung arbeitet an der Anwendbarkeit von Nachhaltigkeitskriterien - auch für ein neues Finanzsystem sehr brauchbar. Die Ökobilanzierung ist ein interessanter Ansatz.
  5. Ein reicher Schatz an Vorschlägen ist in Foren, Büchern und real gelebten Beispielen vorhanden.

These 4.1 - gesunde Menschen arbeiten gern

Psychisch und sozial gesunde Menschen setzen sich unter allen Umständen entsprechend ihren Fähigkeiten zum Wohl ihrer Mitmenschen ein. Nicht pausenlos - aber 'hauptberuflich'. Der Einsatz für den Mitmenschen ist unsere Berufung. Selbstfindungsphasen bilden manchmal eine Ausnahme - andererseits sind Selbstfindungsphasen die mit Arbeit für Mitmenschen verbunden sind oft erfolgreicher.

Anders ausgedrückt: Wem die Möglichkeit genommen wird, sich für seine Mitmenschen einzusetzen oder sich dazu verführen lässt diesen Lebenssinn zu vernachlässigen wird wahrscheinlich chronisch krank. Beispielsweise suchtkrank.

These 4.1.1 - Kampagnen gegen 'Schwarzarbeit' sind kontraproduktiv
denn sie machen den Menschen Angst ihre Berufung zu leben. Siehe These 4.1

These 4.1.2 - Auch deshalb führt der Weg über die Menschenrechte. Das ist die ideale Basis für die Organisation, Integration und Politisierung der Working Poor, des informellen Sektors und der prekär Arbeitenden. Nicht über deren Einschüchterung durch diffamierung ihres Einsatzes als 'Schwarzarbeit'!
In dieser Hinsicht müssen gerade auch die Gewerkschaften ihre bisherige Haltung überdenken. Sie müssen sich entscheiden ob sie nur als Schadensbegrenzer in einer kranken Gesellschaft funktionieren wollen und dadurch ein Teil des kranken Systems sein wollen oder lieber zur Gesundung der Gesellschaft beitragen möchten. Natürlich muss der gewerkschaftliche Kampf für anständige Löhne weiter gehen - aber nicht auf Kosten der Gesundheit vieler Menschen!

Deshalb erhoffen wir von den Gewerkschaften eine klare Verurteilung der Plakataktion gegen die 'Schwarzarbeit' die in diesem Herbst in der Schweiz deutlich Druck machte.

Unsere Thesen 2 und 3 könnten den Gewerkschaften ev. als Anregung dienen.